Mittelformatfotografie
mit einer Mamiya M645 1000S
Die Kamera, mit der ich die meisten Fotos schieße ist eine Mamiya M645 1000S, die Negative im Format 6 cm * 4.5 cm liefert. Der größte Vorteil bei diesem System ist natürlich die Negativgröße, die mehr als drei mal größer ist als bei einem 35mm Kleinbildnegativ. Man kann so deutlich größere Papierabzüge ohne Qualitätsverlust machen, oder auch Scans mit einer riesigen Detailauflösung. Mit geeignetem Film sind hier Auflösungen drin, die weit jenseits der 30 Megapixel liegen (Benutzt man Fuji Velvia, liegt die Aufloesung bei etwa 70 MP pro Aufnahme. Da braucht man dann allerdings exzellente Objektive und ebenso gute Scanner bzw. Projektoren).
Objektiv
Neben diesen Aspekten ist das Handling dieser Kamera ein großer Vorteil: Sie ist zwar recht groß und schwer, ist in der Bedienung allerdings absolut einfach und problemlos. Alle Teile dieses Systems sind austauschbar: Es gibt eine große Menge an Objektiven, die teilweise recht günstig gebraucht zu bekommen sind, und die optisch sehr gut sind. Nebenbei besitzt Mamiya mit dem 80mm f/1.9 das lichtstärkste Objektiv überhaupt im Mittelformat (80mm entspricht bei dieser Negativgröße einem Normalobjektiv, d.h. 50mm bei einer Kleinbildkamera, oder etwa 35mm bei einer digitalen SLR).
Modularität
Das erste Bild auf der rechten Seite zeigt prominent den Filmtransportknopf, mit dem man von Bild zu Bild spult. dieser Knopf kann entfernt und z.B. durch einen elektrischen Filmtransportmotor ersetzt werden, der das dann automatisch auf Knopfdruck erledigt (find ich persönlich überflüssig).
Für mich macht der Lichtschachtsucher einen großen Teil des Reizes der Mittelformatfotografie aus: Man blickt hierbei von oben in die Kamera und sieht das Bild seitenverkehrt, aber in voller Negativgroße auf einer Mattscheibe. Um das wirklich wertschätzen zu können, muss man es gesehen haben! Das Zusammenstellen eines Bildausschnitts ist meiner Meinung nach so viel einfacher als bei einem Prismensucher. Aber auch hier gibt es eine große Modularität: Den Sucher kann man einfacher abnehmen und durch ein anderes Modell ersetzen. Wer also lieber von hinten durch einen Sucher guckt, kann das auch machen.
Fokussieren und Belichten
Fokussiert wird bei diesem Modell manuell, was allerdings viel einfacher ist als man als Autofokus gewöhnter Mensch meinen mag: Auf der Mattscheibe gibt es mehrere Fokussierhilfen. Im Zentrum findet man einen Kreis (Schnittbildindikator), dessen Inhalt in zwei Hälften immer scharf dargestellt wird. Bewegt man den Fokusring des Objektivs, verschieben sich die Bilder in den Kreishälften gegeneinander. Bringt man beide Hälften zur Passung, ist das Bild an dieser Stelle fokussiert.
Eine weitere, noch einfachere Möglichkeit ist der Mikroprismenring außerhalb: In diesem Bereich erscheint das Bild "kristallin" verzerrt, solange es unscharf ist, und klar, sobald man richtig fokussiert hat.
Die richtige Belichtungseinstellung kann der von mir benutzte Lichtschachtsucher nicht messen. Dazu benutze ich einen externen Belichtungsmesser von Gossen und das Zonensystem. Es gibt Prismensucher als Zubehör, die einen eingebauten Belichtungmesser haben.


