Filme in Diafine


Verfahren


Auf diese Seite stelle ich die Ergebnisse der Messung charakteristischer Kurven für verschiedene Filme vor. Diese Kurven gelten für die Entwicklung in Diafine bei Zimmertemperatur (21–25 °C).

Es werden Filme gemessen, die Belichtungsreihen einer Graukarte im Gesamtumfang von etwa 14 oder 15 Blenden enthalten. Die Aufnahmen erfolgen mit einer Nikon F75, die Belichtungsmessung erfolgt mit dem internen Belichtungsmesser der Kamera sowie mit einem Gossen Lunasix F zur Kontrolle.

Die Messung der Dichte erfolgt mit einem RHD ZoneMaster im Densitometermodus, während das Negativ im Vergrößerer liegt. Die statistische Abweichung dieser Messungen ist in der Regel zu vernachlässigen, die Genauigkeit wurde allerdings als 0.01 log D angenommen und entsprechend in die Plots eingetragen. Die Schleier- und Maximaldichten sind jeweils im Verhältnis zum ungefilterten Vergrößererlicht zu verstehen.

Die "richtige" Empfindlichkeit kann man ablesen, indem man die Zone 1 auf eine Dichte von 0.10 log D entwickelt.

Fomapan 400
Fomapan 200
Fuji Neopan Acros 100
Fuji Neopan 400
Kodak TRI-X 400
Fuji Neopan 1600
Vergleich der Filme

Fomapan 400


Der Film hat einen Schleier von 0.43 log D, die maximale Dichte liegt bei 1.73 log D.
400
Eine Dichte von 0.1 log D wird erst bei Zone 2.5 erreicht, d.h. man sollte den Film in Diafine als EI 150 werten. Das deckt sich mit dem "gefühlsmäßigen" Test per Scanner und Histogramm, in dem der Film bei EI 200 (die geringste damals getestete Empfindlichkeit) die besten Details zeigte.

Fomapan 200


Mit dem gleichen Verfahren wurde der Fomapan 200 getestet. Die Schleierdichte beträgt 0.32 log D, die maximale Dichte 1.86 log D. Es wurden hier einige Messpunkt mehr aufgenommen:
200
Auch hier liegt der Empfindlichkeitspunkt auf der Zone 2.5 (Zufall?!), d.h. um man sollte den Film als EI 75 bewerten.

Fuji Neopan Acros 100


Gleiches Verfahren, belichtet als EI 100. Die maximale Dichte beträgt 2.67 log D, der Schleier liegt bei 0.28 log D. Die Negative erscheinen insgesamt sehr dicht, obwohl die charakteristische Kurve zeigt, dass die Empfindlichkeit an sich genau richtig gewählt wurde. Auffällig ist der Knick um Zone 4, der ein stärkeres Annehmen der Dichte in den Schatten zur Folge hat. Man hat also eine deutlichere Schwärzung von Zone zu Zone in den Schatten als in den Lichtern. Ich würde den Film vermutlich eine halbe Blende schwächer belichten, also als EI 150 werten.
acros100

Fuji Neopan 400


Wie in Diafine-Datenblatt empfohlen, hab ich den Film als EI 600 belichtet, was zu einer deutlichen Unterbelichtung von etwa einer Blende führte. Erst bei Zone 2 wurde die Dichte von 0.1 log D erreicht. Betrachtet man den Fuji Neopan 400 als EI 400 in Diafine erreicht man nur sehr knapp die gewünschte Dichte bei Zone 1, mit EI 300 passt es genau.. Methodisch ist hier anzumerken, dass bei diesem Test die Batterie in meiner Nikon F75 schlapp machte und ich deshalb einen Rollfilm in der Mamiya M645 belichtete. Aus diesem Grund gibt es weniger Messpunkt. Als Belichtungsmessgerät wurde der Gossen Lunasix F benutzt.

Auffällig ist der insgesamt hohe Kontrast, den man noch besser in den nachfolgenden Vergleichsgraphen sieht.
neopan400

Kodak TRI-X 400


Kodaks berühmter TRI-X 400 macht sich in Diafine sehr gut: Schon bei EI 400 erreicht er den Sollwerte für die Schatten, erst bei Zone 13 wird die Steigung so gering, dass keine Helligkeitsunterschiede aufgelöst werden können.
trix400

Fuji Neopan 1600


Der Neopan ist ein hochempfindlicher Film mit traditioneller Emulsion, der sich hervorragend in Diafine entwickeln lässt (im Gegensatz zu Filmen wie dem Ilford Delta 3200, die eigentlich nur im Hausentwickler von Ilford vernünftig werden). Der Neopan 1600 erreicht seine angegebene Empfindlichkeit nicht, liefert jedoch reale EI 800 mit Durchzeichnung in den Schatten. Fotografieren im Dunkeln ist immer eine Herausforderung in Sachen Belichtungsmessung: Es ist z.B. bei kontrastreichen Konzertsituationen oft sinnvoll, auf die Gesichter der Personen zu messen, die man fotografieren will und sie auf Zone 6 zu legen. Bei dieser Art der punktuellen Messung wird man feststellen, dass man vernünftigerweise die gemessenen EI 800 benutzen sollte, um gute Negative zu bekommen.

Die Meinung vieler Leute, dass manche Filme locker EI 1000 oder mehr schaffen (z.B. hört man von EI 1250 für Tri-X) hat wie ich vermute etwas damit zu tun, dass diese Leute nicht wirklich sorgfältig die Belichtung messen: Eine Matrix- oder Integralmessung wird im Dunkeln sehr viel Schwarz mit wenigen hellen Bereichen sehen und folglich versuchen die schwarzen Bereiche in Richtung mittleres Grau, also Zone 5, zu ziehen. Dabei wird zwangsläufig überbelichtet (z.B. landen Gesichter dann in höheren Zonen als 6). Man kann diese Tendenz der integralen Belichtungsmessung kompensieren, indem man die richtige EI einstellt und dann eine Belichtungskorrektur vorgibt (Oder gleich Spotmessungen macht, was manchmal aber unpraktisch ist). Auf diese Weise entsteht auch kein Missverständnis: Die Filmempfindlichkeit bezeichnet weiterhin die Dichte bei Zone 1.

Häufig wird aber Verwirrung gestiftet, weil nicht gesagt wird "In dunklen Situationen will die Kamera bei Integralmessung immer 2 Zonen überbelichten", sondern eben "Der Film hat nicht EI 400 sondern EI 1600". Das ist eine sehr unglückliche Formulierung!

Nach diese kleinen Ablenkung komme ich zur Kurve für Neopan 1600: Außer der Position des Empfindlichkeitspunktes sieht man recht deutlich, dass der Belichtungsumfang bei diesem Film deutlich kleiner ist als z.B. bei einem ISO 400 Film oder gar beim Acros 100. Viel mehr als 6-7 Zonen sollte man nicht versuchen, abzubilden. Testbilder mit diesem Film weisen eine sehr schöne Tonalität und sichtbares, aber ansprechendes Korn auf (nicht wie beim Delta 3200 mit seinem fiesen Popkorn).
neopan1600

Filmvergleich


Die beiden Fomapan-Filme haben einen sehr linearen Kurvenverlauf, man erkennt bei beiden am dichten Ende jedoch bereits eine leichte Abflachung der Kurve. Es gibt dort durchaus noch Spielraum, allerdings nimmt der relative Kontrast dort von Zone zu Zone bereits deutlich ab. Beide Filme haben jedoch mindestens einen Belichtungsumfang von 10 Blenden.

Beide Fomapan-Filme kann man durchaus mit ihrer Verpackungsempfindlichkeit benutzen, der ideale Kurvenverlauf ergibt sich jedoch für Fomapan 200 bei EI 75, für Fomapan 400 bei EI 150. Fomapan 400 ist insgesamt noch etwas flacher als Fomapan 200.

Der Fuji Neopan Acros 100 ist insgesamt etwas dichter als die Fomapan, mit einem deutlichen Knick um Zone 4, der den Look dieses Films beeinflusst. Der Acros ist auch in den Lichtern jenseits von Zone 10 noch linear, sodass man von einem Belichtungsumfang von mindestens 15 Blenden ausgehen kann (ob man das dann noch vernünftig printen kann ist eine andere Frage).

Der Fuji Neopan 400 als EI 400 belichtet verhält sich bis etwa Zone 7 recht linear, flacht danach jedoch bereits deutlich ab, wie man es bei einem ISO 400 Film auch erwarten kann. Die ideale Belichtung ergibt sich bei EI 300.

Kodaks TRI-X 400 ist insgesamt weniger kontrastreich als der Fuji und erreicht die Empfindlichkeit von EI 400 in Diafine tatsaechlich.
diafinecomp
Etwas genauer erkennt man die Unterschiede, wenn man sich nur die Kurven der als ISO 400 verkauften Filme anschaut. Der Fomapan 400 ist kein wirklicher Konkurrent für die anderen beiden Filme: Er erreicht die Empfindlichkeit bei weitem nicht und liefert damit nur eine mittlere Empfindlichkeit, jedoch mit dem groben Korn eines 400er Films. Neopan 400 und TRI-X 400 sind beide sehr gut in Diafine zu entwickeln. Beide erreichen die EI 400 (Der Neopan nur sehr knapp) und bieten eine schöne Tonalität mit klassischem Korn. Insgesamt ist der Fuji noch etwas kontrastreicher als der TRI-X.
diafinecomp400